Der polnische Adel in den regionalen Gewändern 18./19. Jh.

Im unteren Teil des anonymen Bildes befindet sich eine Aufzählung, im oberen Teil und an den Seiten Wappen der Woiwodschaften und der Länder Polen-Litauens. Vor dem Zelt mit den Staatswappen der polnischen Krone (Weißer Adler) und des Großfürstentums Litauen (Weißer Ritter) wird der Adel in den 1776 und 1780 vom Sejm eingeführten sog. regionalen Gewändern (wörtl. Woiwodschaftsuniform / poln. mundur wojewódzki) vorgestellt. Die Uniform jeder Provinz hatte eine andere Farbe. Eine typische Adelskleidung bestand aus einem mit Gürteln getragenen Kontusz (ärmelloser bodenlanger Mantel, Anm. d. Übers.), einem Żupan (edles Gewand unter dem Kontusz, Anm. d. Übers.) und einer hohen Kopfbedeckung, der sog. Konfederatka. Dieses Bild verdeutlicht anschaulich die „Einheit in der Vielfalt“, die für das dezentralisierte, föderalistische System und die multikulturelle Gesellschaft des alten Polen-Litauens charakteristisch ist.

(Text: Igor Kąkolewski aus dem Ausstellungskatalog: Pod wspólnym niebem. Rzeczpospolita wielu narodów, wyznań i kultur. Wystawa Muzeum Historii Polski, Zamek Królewski w Warszawie 3 V‒ 31 VII 2012, Warszawa 2012, S. 111.)

Szlachta w mundurach wojewodzkich.JPG (99 KB)

Der polnische Adel in den regionalen Gewändern aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts auf dem Wahlfeld.

Leinwand, Öl, Anf. 19. Jh.

76 x 114,5 cm.

Inv.-Nr. MRA 2956.

Muzeum Okręgowe w Rzeszowie [Bezirksmuseum in Rzeszów].

Fot.: G. Stec